Sonntag, Mai 17, 2009

Hugh Masekela 16. Mai 2009 Haus der Kulturen der Welt Berlin


































Kam zu spät und sah nur, dass sich die Massen hektisch um die Kasse drängten, um noch die letzten Karten zu ergattern. Als ich dann hörte, dass das Pressekontingent grad aufgelöst worden war dachte ich o.k., dann wohl doch zu Peter Broderick in den Schokoladen. Dann bekam ich doch noch eine Karte zugesteckt von einer netten Dame, die ganz angetan war von meinem Artikel über Masekela.

Musikalisch war es natürlich gut. Aber ich war nicht überwältigt, weil ich eher auf seinen Frühsiebziger-Sound stehe als auf den aktuellen (ersterer gut repräsentiert auf der CD „Still Grazing“, die seine gleichnamige Autobiografie begleitet). Nur ein Song, kurz vor Schluss (oder war es die Zugabe) hat mich umgehauen – da ging es um Afrika (auch im Titel). Natürlich hat er „Stimela (Coal Train)“ und „Grazing in the Grass“ gespielt, sein „Satisfaction“.

Was mich beeindruckt hat war vor allem, mit welcher Hingabe und Energie er gespielt hat. Sowieso, weil er ein perfekter Entertainer ist. Aber speziell, weil er sich offensichtlich darüber gefreut hat, dass ihm soviel Ehre erwiesen wurde in den letzten drei Tagen. Er redete viel mit dem Publikum, versuchte es (erfolgreich) zum Mitmachen zu bewegen. Meistens war er witzig, aber nahm den Anlass auch wahr, um an Menschen in der Welt zu erinnern, die auf der Flucht vor politischer Verfolgung sind.

Beindruckend auch die Mimik des Mannes, von herzlichem Lachen über Ironie, Ernsthaftigkeit und Wut bis zu tiefstem Schmerz. Jeden Song hat er nicht nur mit dem Gesicht, sondern mit dem ganzen Körper untermalt - zu "Stimela" zog er eine imaginäre Klappe an der Dampflock, bei Fela Kutis "Lady" machte er die besungene afrikanische Dame nach. Nahe am Kitsch manchmal (wie seine Musik ja auch in Momenten), aber zu perfekt um blöd zu wirken. Zwischendurch tanzte er immer wieder mit katzenhaften Bewegungen, die man einem kleinen, dicken alten Mann erstmal gar nicht zutrauen mag. (Leider die meisten Fotos nur mit der Knipskamera aus einer ungünstigen Position.)

Unter den Gästen waren sicher diverse Prominente, aber ich bin ja nicht so gut beim Promi-Spotting, weil es mich nicht so wirklich interessiert. Aber als Joe Jackson vor mir stand, habe ich ihn doch erkannt.

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Samstag, Mai 16, 2009

Joy Denalane, Jazz Jamaica ft. Hugh Masekela am 14.5.2009 im Haus der Kulturen der Welt Berlin

Am Donnerstag bin ich schön in der Abendsonne zum Haus der Kulturen der Welt, von den Berlinern auch Klappstulle genannt, geradelt. Keine halbe Stunde, über den Alex, durchs Brandenburger Tor, den Reichstag links liegen gelassen.

Zum Auftakt der neuen Reihe "Lebenslinien" las Hugh Masekela erstmal aus seiner Autobiografie. Einfach den Anfang, so lange die Zeit reichte. Fand ich extrem unglücklich - man hätte einen Moderator hinsetzen sollen, der mit ihm redet. Masekela kann toll erzählen.







Dann Konzert mit Joy Delanane, der deutschen Neo-Soul-Lady aus Berlin mit südafrikanischen Vorfahren väterlicherseits. Ihr Vater sei ein Schulkamerad von Masekela gewesen. Ich mochte sie noch nie; und fand auch live, dass sie eine aufgesetzte, egozentrische Zicke ist. Aber vielleicht tue ich ihr unrecht und es liegt nur am unterschiedlichen Milieu. Musikalisch natürlich lupenrein. Ich würde allerdings Deutsche *nie* zum Mitklatschen auffordern. Davor sei sie auch gewarnt worden - sie vertraue aber ihrer Stadt Berlin, dass man hier die "Soul Claps" auch im richtigen Rhytmus hinkriege. Sie sang inbrünstig Geschichten von Beziehungen, in denen der Typ "real" zu ihr sein soll, dass nach dem dritten Mal betrügen endgültig Schluss ist etc. Ein Lied über ihr Aufwachsen als Afrodeutsche widmete sie ihren Kindern. Masekela kam für einen Song auf die Bühne, kam aber gar nicht Recht zum Zuge, weil sie ihm keinen Raum ließ. Fand ich peinlich.




Dann endlich my Cup of Tea - Jazz Jamaica. Super Musiker, super Groove. Sie luden dann Masekela auf die Bühne, um mit ihm gemeinsam als verspätetes Geburtstagsständchen "Grazing in the Grass" zu spielen. Bandchef Gary Cosby erzählte zu jedem Song Hintergrundgeschichten. Leider manchmal etwas schwierig für ein nicht muttersprachliches Publikum mit anderem kulturellen Hintergrund. Die Leute haben auch eher verhalten bis irritiert darauf reagiert. Hugh Masekelas Musik sei jedenfalls neben Bob Marley und noch jemandem, den ich vergessen habe, Anfang der 70er der Soundtrack seiner Teenagerzeit gewesen. Dann habe er Masekela vor fünf Jahren bei einer Veranstaltung kennengelernt. "Probably he hatet the versions of his songs that we did." Aber er habe sich wohl daran gewöhnt - denn seither hat man öfter gemeinsam auf der Bühne gestanden. Hier Grazing in the Grass live aus dem Haus der Kulturen der Welt:

Link: Hugh masekela jazz jamaica

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Samstag, Oktober 20, 2007

"Greenwich Village"-Konzertreihe im Haus der Kulturen der Welt in Berlin

Professor Louie, Jeff Lewis Band, Ish Marquez, Session mit Bob Neuwirth

Text dazu hier

Fotos: Barbara Mürdter










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